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Das Grundrezept für einen perfekten Mobile-Shop

Mehr als zwei Drittel aller Smartphone-Besitzer kaufen mit ihrem Smartphone ein, mehr als 21 Milliarden Euro Umsatz durch Mobile Endgeräte sind für 2016 prognostiziert – ein Trend, der in den letzten Jahren stark gewachsen ist und noch weiter steigen wird.

Der zweite Teil unserer Serie „Mobile Commerce“ behandelt den grundlegendsten Baustein: Ein Mobile-Shop ist nur so gut (oder schlecht) wie seine Basis.

Um einen erfolgreichen Mobile-Shop zu etablieren, braucht es also zuallererst eines: Einen reibungslos funktionierenden Online-Shop.

Nehmen Sie Rücksicht auf Ihre Zielgruppe! Bei dem im Durchschnitt 10-fach verkleinerten Display in der Hand sollte man sich gut überlegen, was man dem User zeigt – und was getrost weggelassen werden kann. Denn hier sollte man sich auf das Wesentliche konzentrieren: den Verkauf. Und sollte der Kunde den Überblick verlieren und sich deshalb nicht mehr sicher fühlen oder der Kauf zu umständlich wird, bricht er den Kauf ab.

Der Mobile Shop ist nur eine Zusatzfunktion, die auf dem bestehenden Shop aufbaut und entsprechend den mobilen Bedürfnissen angepasst wird. Er besitzt dieselbe URL und ist für mobile Endgeräte optimiert – mitunter mit viel technischen Aufwand.

Ihr Mobile Shop kann also nur so gut performen, wie Sie ihn lassen – und Designer und Entwickler ihn gestalten. Aus diesem Grund gilt es, wichtige Funktionen für mobiles Shopping zu integrieren.

Die Bausteine für den Erfolg

Die 8 Erfolgsfaktoren für Online-Shops lassen sich damit auch auf Mobile-Shops übertragen und gelten aufbauend – welche Bedingungen im Online-Shop nicht gegeben sind, können auch im Mobile-Shop nicht erfüllt werden.

  1. Shop-Attraction und Selling-Proposition

Der Erfolg etablierter führender Onlinehändler beruht auf einer einzigartigen Anziehungskraft des Online-Shops und eines differenzierten Leistungsversprechens.

Unternehmen des E-Commerce sind vor allem dann erfolgreich, wenn sie einen der vier „Killer-Differenzierungsfaktoren“ Produkt, Preis, Service oder Feature erfüllen.

Mit „Killer-Produkt“ ist die Bezugsquelle gemeint – sie stellt den Online-Shop als die beste Bezugsquelle für dieses Produkt bzw. die Produktkategorie dar.

„Killer-Preis“ mit den günstigsten Preisen, „Killer-Feature“ bietet dem Kunden im Online-Shop das beste Einkaufserlebnis und „Killer-Service“ die größten Annehmlichkeiten durch die beste Betreuung.

Auf mindestens eines davon muss sich die Ausrichtung des Shops also konzentrieren.

Killer-Differenzierungsfaktoren | Digital Masters

Quelle: Heinemann, Gerrit (2016a) Der neue Online-Handel – Erfolgsfaktoren und Best Practices, 7. Auflage, Gabler Verlag: Wiesbaden

Killer-Differenzierungsfaktoren | Digital Masters

  1. Social-Targeting und Societing

Zur Kundenakquise und für Werbezwecke rückt die Nutzung von Communitys und sozialen Netzwerken immer weiter in den Fokus. Als Social Targeting versteht man die Eingrenzung und Erreichen der gewünschten Zielgruppen über soziale Netzwerk, bei dem verschiedene Targeting-Methoden kombiniert werden, ein Mix aus persönlichen Interessen, geographischer Aussteuerung und soziodemographischen Informationen. Der persönliche Umgang mit der Zielgruppe, ein gegenseitiger Austausch und die Einbeziehung von mehr als nur Alter, Beruf und Sinus-Milieu. Das Societing bezieht den Konsumenten in das Marketing mit ein.

Die Erschließung und Ausschöpfung von Kundenpotentialen in sozialen Umgebungen sind gut steuerbar, erfolgsversprechend und eine ideale Möglichkeit, über gute Kommunikation eine Bindung zum Kunden aufzubauen. Durch eine intakte Community im Sinne von z.B. Facebook-Fans können Sie neue Potentiale erfragen, Kritik annehmen, umsetzen und Ihre Produkte stetig verbessern. Sie gelten damit als wesentlicher Erfolgsfaktor im E-Commerce.

Die Links zu allen vorhandenen sozialen Netzwerken müssen dementsprechend in der mobilen Version des Online Shops gut sichtbar für den Nutzer platziert werden.

Lassen Sie keine „Fans“ auf der Strecke! Verweisen Sie auf besondere Gewinnspiele und Gutscheine, die ausschließlich in den sozialen Medien auffindbar sind und machen Sie jeden Käufer zu einem Fan, der gerne wiederkommt.

  1. Service und Search-Solutions

Die Reduzierung von zeitlichen und finanziellen Aufwendungen ist aus Kundensicht Hauptgrund für die Wahl der Einkaufsplattform Internet. Aus diesem Grund werden Schnelligkeit, exzellente Selbstbedienungs-, Service- und Suchlösungen eine höhere Bedeutung zugewiesen als allumfassender Perfektion.

Der Zugang zum Produkt ist daher so einfach wie möglich und auf unterschiedlichen Wegen anzubieten, um Kunden schnellstmöglich zum Gewünschten zu führen. Unübersichtliche Kategorie-Bäume oder nicht ausreichende Filter-Möglichkeiten erschweren dem Kunden die Suche.

Um den Kunden zu einem erneuten Kauf zu bewegen, muss er das Gewünschte schnell und einfach finden: intelligente Suchmechanismen, selbsterklärende Produktkategorien, umfassende Filtermöglichkeiten und eine grundlegende Übersichtlichkeit der Darstellung ermöglichen dies.

  1. Singularity-focused-Costumization-and-Personalization

E-Commerce-Nutzer erwarten eine gezielte und personalisierte Bedürfnisbefriedigung. Zur Produktindividualisierung gesellt sich immer mehr der Trend zur Einzelkundenorientierung mit einzigartiger Behandlung. Aus technischer Sicht können heute Endverbraucher mit innovativen Marketingmaßnahmen gezielt und individuell angesprochen werden. Durch individualisierte Produktempfehlungen, welche auf Basis der bereits getätigten Käufe und Suchen des Kunden basieren, erhöht sich die Kaufwahrscheinlichkeit stark.

Die in den Managementsystemen abgebildeten Algorithmen ermitteln auf Basis der letzten Kundenkäufe und Produktsuchen passende Empfehlungen zu weiteren Artikel, welche bereits erfolgreich zu neuen Käufen führten. So erhält der Kunde das Gefühl, persönlich und individuell unterstützt zu werden.

  1. System- and Supply-Chain-Excellence

Im Internethandel ist ein nachhaltiges Komplexitätsmanagement, das die schnellstmögliche Abwicklung sicherstellt, eine zentrale Erfolgsvoraussetzung. Einerseits hoher Automatisierungsgrad des IT- und Systemmanagements, andererseits Arbeitsabläufe und Prozesse kanalspezifisch und geschwindigkeitsbezogen optimieren.

Die technologischen Möglichkeiten lassen die Komplexität bewältigen, ohne dabei den Leistungsumfang des Einkaufsprozesses zu schmälern. Schneller und vor allem korrekter Versand der gewünschten Ware ist mittlerweile eines der wichtigsten Kriterien, um Kunden langfristig an sich zu binden.

Durch die ständige Überwachung, Optimierung und ggf. Investierung in die laufenden Managementsysteme wird ein für den Kunden reibungsloser und schneller Ablauf sichergestellt.

  1. Security-Standards and –Reputation

Die Gefahren des Internets beeinflussen maßgeblich die Risikowahrnehmung der User und damit das Sicherheitsimage jedes Onlinehändlers.

Durch die Anonymität des Internets und weltweite Zugriffmöglichkeiten ist es wichtig, ein seriöses Image zu vermitteln.

Die Risikoeinschätzung der Kunden wird daher vor allem durch die Bezahlsicherheit, -Flexibilität und dem Datenschutz geprägt. Eine Auswahl an bekannten, seriösen Zahlungsmethoden und eine verschlüsselte Datenübertragung bieten dem Kunden das nötige Gefühl von Sicherheit. Die Verwendung von Trust-Siegeln zahlt sich aus.

Die Wahl der richtigen Sicherheits- und Bezahlsysteme ist also nicht nur eine Frage der für Sie günstigsten Konditionen, sondern auch des Images.

  1. Supplement- and Support-Channel-Strategy

Weitere unterstützende Absatz- und Kommunikationskanäle (auch offline) bieten dem Kunden einen zusätzlichen Mehrwert, da diese vermehrt den Kanal während des Einkaufsprozesses wechseln.

Es ist eindeutig bewiesen, dass Multi-Channel- und Cross-Händler dem Kunden einen höheren Gesamtnutzen bieten als Pure-Internet-Händler. Eine kluge Aufstellung in verschiedenen Absatzkanälen muss gut durchdacht sein – je nach Zielgruppe und vorhandenen Bedingungen des weiteren Kanals.

Sollte es sich für Ihre Produkt und Ihre Zielgruppe also ergeben, dass ein weiterer Kanal neben dem Online-Shop passt, sollte dieser zur Reichweitenvergrößerung definitiv genutzt werden. Gerade um den Kunden während seines Wechsels der Kanäle nicht zu verlieren und ihn durchgehend zu betreuen.

  1. Sourcing-Concept and Strategic Alliances

Aufgrund der Schnelllebigkeit des Internets spielt Outsourcing eine entscheidende Rolle. Die Auslagerung von Unternehmensaufgaben an Fulfillment-Dienstleister bietet dabei enorme Steigerungspotenziale in Bezug auf die Flexibilität. Projekte können ohne großen Strukturierungs-Aufwand im eigenen Unternehmen durch Kooperationen umgesetzt werden.

Eine Analyse, welche Bereiche kostensenkend und zur Steigerung der Handlungsfähigkeit ausgelagert werden können, ist damit in regelmäßigen Abständen sinnvoll, um flexibel auf Änderungen und neue Projekte reagieren zu können.

Die Basis steht

Sind diese Faktoren erfüllt, kann auf dem bestehenden Online-Shop ein erfolgreicher Mobile Shop aufgebaut werden, welcher wiederum Bedürfnisse der Kunden deckt, die mit einem reinen Online-Shop nicht möglich sind.

Sollten also bereits im Online-Shop Mängel oder großes Verbesserungspotential entdeckt werden, muss beides erst behoben werden, um die Basis für den Mobile Shop zu setzen.

Bisher gibt es nur wenige Shops, die jeden dieser Faktoren perfekt umgesetzt haben.

Für stetige Optimierung können Sie sich an diesen Bausteinen orientieren. Keine Panik, es ist noch kein perfekter Mobile Shop vom Himmel... aus dem Internet... jeder hat mal klein angefangen. Und mit diesen 8 Erfolgsfaktoren wissen Sie, wohin die Reise gehen muss.

Unsere Serie zum Mobile Commerce geht noch weiter! Im nächsten Blogbeitrag zeigen wir Ihnen die wichtigsten Funktionen, die Ihr Shop können sollte. Registrieren Sie sich jetzt kostenlos für unseren Newsletter und verpassen Sie keinen unserer Blogbeiträge mehr.

Kontrolle, Planung und Umsetzung dieser Faktoren sind ein aufwendiges Unterfangen. Digital Masters steht Ihnen dabei mit unseren Experten zur Verfügung.

Der nächste Beitrag unserer Serie Erfolgsfaktoren im Mobile Commerce: Situative und reale Verwendungsmöglichkeiten

Quelle: Heinemann, Gerrit (2016a) Der neue Online-Handel – Erfolgsfaktoren und Best Practices, 7. Auflage, Gabler Verlag: Wiesbaden

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